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Pfarrers Worte

 

Üblicherweise sind die Wurzeln eines Baumes nicht so sichtbar wie bei dem auf dem Titelbild. Da wurde wohl einiges an Erde herausgespült. Und dennoch – es scheint ein mächtiger Baum zu sein – ist er gut verwurzelt und standhaft geblieben.
Bäume sind wunderbare Gebilde in unserer Schöpfung. Schon auf manchem Spaziergang durch den Wald bin ich ins Staunen gekommen über die Schönheit und Grösse mancher Tannen, Buchen, Eichen und was es alles gibt. Nun, vergangenen Winter haben einige Bäume ihre Standhaftigkeit verloren und da und dort den Spazierweg versperrt. Schneelast und starker Wind haben das verursacht. Waren diese Bäume zu oberflächlich verwurzelt? Waren sie angeschlagen, krank? Jedenfalls kamen die Wurzeln auch zum Vorschein und vor so einem Wurzelstock kann man erahnen was da für ein Geflecht Wurzeln in den Boden greift. Normalerweise geben die Wurzeln dem Baum den Halt; versorgen ihn mit Nährstoffen und Wasser bis in die kleinsten Ästchen. Die Wurzeln tragen den ganzen Baum und es ist faszinierend, die Bäume im Wind zu beobachten, wie ihre Kronen hin- und herschwanken und doch (meistens) standfest bleiben. Der starken Verwurzelung sei Dank! Und so sind Bäume ein gutes Beispiel für uns Menschen, denn auch wir brauchen Verwurzelung. Nicht im Sinne von: «Wie angewurzelt stehen bleiben», sondern vielmehr unter der Fragestellung: Wo bin ich verwurzelt? Was gibt mir Halt und Lebenskraft?

In der Bibel gibt es zwei markante Stellen, die zeigen, wie wichtig es ist, in Gott; bzw. im Vertrauen zu ihm verwurzelt zu sein. In Jer. 17,7-8 wird im Gegensatz zu dem, der sich bloss auf Menschen verlässt, gesagt: „Segen dagegen für den Mann (Menschen), der auf den Herrn vertraut und dessen Zuversicht der Herr ist! Er gleicht einem Baum, der am Wasser gepflanzt ist. Seine Wurzeln streckt er hin zum Bach. Vor der Hitze fürchtet er sich nicht, seine Blätter bleiben grün. Selbst ein trockenes Jahr macht ihm nichts aus, und er hört nicht auf, Frucht zu bringen.“ Und die andere Bibelstelle, Kol. 2,6-7 ist ebenso eindrücklich: „Ihr habt Christus Jesus, den Herrn, angenommen. Richtet also euer Leben an ihm aus! Bleibt in ihm verwurzelt und gründet euch als Gemeinde ganz auf ihn. Werdet fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid. Und hört nicht auf, Gott zu danken.“

Wo bin ich verwurzelt? In welchen «Boden» eingepflanzt? Beide Bibelstellen machen deutlich, wie wichtig die Verwurzelung in Gott / Christus ist. Vielleicht nimmst du mal bei einem nächsten Spaziergang durch den Wald (oder auch nur bei einem Rundgang durch deinen eigenen Garten) diese beiden Bibeltexte mit, bleibst bei einem Baum stehen und machst dir ein paar Gedanken zu dieser Verwurzelung in Gott. Was bedeutet sie dir? Wie erlebst du sie gerade? Welchen «Stürmen», Unsicherheiten und Belastungen hat diese Verwurzelung schon standgehalten? Und dann: Danke Gott / Jesus Christus, dass er der gute Boden ist, aus dem du Kraft schöpfen darfst; neues Leben für jeden Tag deines Lebens. Ich wünsche dir eine fröhliche Sommerzeit und ein paar «bäumige» Erlebnisse.
Markus Schöni

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